Anerkannter GRESB-Provider
GRESB Reporting
Ablauf, Datenanforderungen und Bewertungslogik des wichtigsten ESG-Benchmarks für Immobilienportfolios.
Stand: September 2026
Kurzfassung
GRESB bewertet die Nachhaltigkeitsleistung von Immobilien- und Infrastrukturportfolios und macht sie für institutionelle Investoren vergleichbar. Bewertet wird in zwei Komponenten: Management – Strategie, Governance und Prozesse – und Performance – objektbezogene Verbrauchs- und Zertifizierungsdaten. Der entscheidende Hebel liegt in der Datenabdeckung: Punkte werden nach dem Flächenanteil gewichtet, für den belastbare Daten vorliegen.
Was GRESB bewertet
Die Management-Komponente fragt danach, wie ein Unternehmen Nachhaltigkeit organisiert: Wer trägt Verantwortung, welche Richtlinien existieren, wie werden Risiken identifiziert, wie werden Stakeholder – darunter ausdrücklich die Mieter – eingebunden, und welche Ziele wurden gesetzt und überprüft. Diese Komponente ist mit vergleichsweise geringem Aufwand vollständig belegbar, weil sie auf Dokumenten beruht.
Die Performance-Komponente verlangt harte Zahlen je Objekt: Jahresverbräuche für Strom, Wärme, Brennstoffe, Wasser und Abfall, getrennt nach vermieter- und mieterseitig beschafften Mengen, dazu Flächen, Belegung, Zertifizierungen und Angaben zu durchgeführten Maßnahmen. Hier entscheidet sich das Ergebnis.
Der Jahreszyklus
Januar bis März – Vorbereitung
Datenlückenanalyse über das Portfolio, Abstimmung mit Property Management und Messdienstleistern, Aktualisierung von Richtlinien und Nachweisdokumenten.
April bis Anfang Juli – Einreichung
Erfassung im GRESB-Portal, Plausibilisierung der Verbrauchsdaten, Hochladen der Belege, interne Freigabe und fristgerechte Abgabe.
Juli bis September – Validierung
Rückfragen aus dem Validierungsprozess beantworten, Korrekturen einreichen, Peer-Group-Vergleich vorbereiten.
Oktober – Ergebnis
Auswertung von Score, Sternebewertung und Benchmark-Report, Ableitung eines priorisierten Maßnahmenplans für den nächsten Zyklus.
Datenabdeckung schlägt Datenqualität
Der häufigste Fehler in der Vorbereitung ist die Konzentration auf die Verbesserung einzelner Kennzahlen. GRESB gewichtet Punkte jedoch nach dem Anteil der Portfoliofläche, für den belastbare Daten vorliegen. Ein Portfolio mit hervorragenden Werten für dreißig Prozent der Fläche schneidet regelmäßig schlechter ab als ein durchschnittliches Portfolio mit neunzig Prozent Abdeckung.
Daraus folgt eine klare Priorität: Erst die Abdeckung heben, dann die Werte optimieren. Und Abdeckung entsteht nicht im Reporting, sondern im Mietvertrag. Jede Fläche, deren Vertrag keine Datenklausel enthält, ist eine Lücke, die sich im laufenden Zyklus nicht mehr schließen lässt.
Genau hier verbinden sich GRESB-Vorbereitung und Vertragsarbeit: Der Anteil der Portfoliofläche mit vertraglichem Datenanspruch ist die zentrale Steuerungsgröße für den GRESB-Score der kommenden Jahre.
Zusammenspiel mit Green Lease und Grüner Hausordnung
Green-Lease-Klauseln liefern den vertraglichen Zugang zu Mieterverbräuchen und damit die Grundlage der Performance-Komponente. Die Grüne Hausordnung belegt Tenant Engagement, das in der Management-Komponente eigenständig bewertet wird. Und der ESG-Mietvertrag bündelt beides mit den Governance-Anforderungen, die GRESB und CSRD gleichermaßen abfragen.
Als anerkannter GRESB-Provider begleitet Torvik Gruen den vollständigen Zyklus: Datenlückenanalyse, Aufbereitung, Einreichung, Validierungsbetreuung und die Übersetzung des Ergebnisses in einen priorisierten Maßnahmenplan – einschließlich der vertraglichen Schritte, die die Abdeckung im Folgejahr erhöhen.
Häufige Fragen zum GRESB Reporting
Weiterlesen
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Orientierung. Angaben zu Fristen und Bewertungslogik können sich mit jedem GRESB-Zyklus ändern; maßgeblich sind die jeweils aktuellen Vorgaben von GRESB.